Montag, 28. Dezember 2015

Panama- ein ganzes Land begeisert von Reis und Hühnchen.

Buenos dias :)

... Reis und Hühnchen, rice and chicken, arroz con pollo. Das hört man hier sehr oft  und vor allem sieht oder isst man es noch viel öfter. Mehr von diesem Essen kann es wohl fast nicht in anderen Ländern geben. Die Menschen hier haben meist die Kühlschränke voll mit Hühnchen, sodass man falls man an Entzugserscheinungen leidet, sofort helfen kann. Ja, es kommt einem wirklich so vor als wären die Menschen hier süchtig nach diesem Essen. Und die schlimmste Nachricht: Es wirkt ansteckend. Anfangs konnte ich mit dem Essen hier wirklich nichts anfangen und hab kaum etwas gegesssen...konnte nicht verstehen wie man das so lieben kann. Alles was nicht Reis und Hühnchen ist scheint als wär es entweder aus Mais oder Bananen gemacht. Und nun für alle Liebhaber von Vorurteilen; Ja, Panama ist sowohl auch das Land der Bananen. Außerdem frittiert man wirklich sehr viel..Dementsprechend wird dann auch mal eine Boyfriend-Jeans zu einer Slim-Fit, aber das ist wohl grundsätzlich das Schicksal eines Austauschschülers...und vor allem in Lateinamerika. :D  Ansonsten lern ich hier sehr gut wie man so richtig typisch kocht mit allem drum und dran. Und das find ich natürlich bestens!:) 

Ich hab jetzt seit dem 09.12.15 Ferien, was natürlich nicht gerade schlecht ist. Ich hab auch den ein oder anderen Plan, bei dem ich hoff dass er auch Wirklichkeit wird. Ansonsten mache ich recht viel mit meiner Schwester, gehe ins Kino, in die Stadt, "Shoppen", Essen und so weiter... 


Ich merke schon seit ich hier bin was so einen richtigen Panameno ausmacht, also dachte ich mach ich mal einen Leifaden, wie man sich verhalten oder was man glauben soll wenn man ein Vollblut Panameno sein möchte..Vorsicht, es könnte an der ein oder anderen Stelle ein  bisschen Ironie enthalten sein.

1.  Du brauchst mindestens 1-mal am Tag Reis.
2.  Die Sonne wird grundsätzlich gemieden.
3.  Du redest mit jedem über die Hitze. 
4.  Beim Begrüßen werden Küsschen auf die Wange gegeben.
5.  Und du frägst beim Hallo sagen auch immer „Wie geht’s?“.
6.  Du verstehst „qxopa“.Panama ist grundsätzlich besser als Costa Rica.
7.  Wenn etwas falsch läuft, tu so als wäre es geplant. 
8.  Alles was man hat wird geteilt, auch wenn es nicht deins ist.
9.   Dein Frühstück wird täglich schön frittiert. 
10. Du verzichtest niemals auf eine Fiesta. 
11. Tipico wird auch in den schlimmsten Zeiten getanzt, oder  Zeiten werden dadurch zu den  schlimmsten gemacht.
12. Die Haare und das Make-Up sitzen, egal wo du bist!
13. Schmeckt nicht, gibt’s nicht!
14. Deine Definition von Recyceln ist, dass du den Müll auch tatsächlich in den Mülleimer schmeißt.
15. Alle blonden Menschen werden als Gringo bzw Gringa, oder Fulo bzw Fula bezeichnet.
16. Du hast blaue Augen? – Dann bist du nicht aus Panama oder hast Kontaktlinsen.
17. Sobald du daheim bist wird der Pyjama ausgepackt.
18. Du bist meist herzlich und nett.
19. Nach dem Bügeln kannst du weder an den Kühlschrank, noch in den Regen oder duschen.
20. Dein Handy ist immer bei dir und stets Selfie-bereit!
21. Socken in Flip-Flops sind für dich absolut ok!
22. Deine Meinung ist deine Meinung und bleibt auch so.
23, Wenn du nicht geduscht hast gehst du auch nicht aus dem Haus. 
24. Du bist sehr gastfreundlich.
25. Du nimmst einen Austauschschüler an, auch wenn du nur eine Woche Bedenkzeit hast.
26.  Auch wenn du nicht viel hast teilst du es gerne.
27.  Du lachst gerne und hast viel Spaß am Leben.
28.  Du bist dankbar, auch für nicht besonders scheinende Sachen.
29.  Liebenswert bist du auch. 
30. Du liebst deutsches Fußball, scheiterst aber beim aussprechen der Namen.
31. Nein, für dich ist es auf jedenfall ok mit Crocs auszugehen! Gehen perfekt zum Outfit fürs Kino! 

Außerdem gabs bei mir noch was besonderes und zwar mein erstes Weihnachten, welches ich nicht zuhause mit meiner Familie im Wohnzimmer verbracht hab. Für extrem viele Austauschschüler, vor allem aus der Sommerabreise, ist Weihnachten mit die schwierigste Zeit. Ich kann von mir selbst reden und sagen dass es erst nicht so einfach war, weil man eben doch Bilder von zu Hause, de Christbaum, der Familie, usw sieht. Alles was einem eben so bekannt vorkommt wie nichts anderes und trotzdem so weit weg ist. So hatte ehrlicherweise ich zum Beispiel einen kleinen Tiefpunkt als ich die ganzen Fotos gesehen oder die Stimmen gehört habe. Und dieses Gefühl kann man sich nicht vorstellen wenn man selbst nicht in dieser Situation ist oder war. Man kann es nur probieren und ich hoffe dass man sich ein bisschen in meine Situation verstehen. Als wir dann aber zusammen das 
Essen gemacht haben und so weiter wurde es immer ein bisschen besser. Ich mag die Menschen hier wirklich und in dem Punkt hatte ich echt Glück, weil man mir scheinbar angesehen hatte dass es mir nicht so gut ging. Dementsprechend wurde mir auch gesagt, dass sie versuchen dass ich mich eben fühl als wär ich wirklich Teil der Familie und nicht nur wie ein Austauschschüler für begrenzte Zeit. 
Und genau solche Sachen sind für mich Teil des Schatzes, welchen man durch ein Austauschjahr findet. Denn sowas findet man nirgends sonst, vor allem nicht in der sogenannten "Comfort Zone". 

Und so wurde der Abend, in welchen man hier nämlich in den 25. Dezember hereinfeiert noch wirklich schön und wir hatten viel Spaß. Weihnachten ist hier nämlich nur an einem Tag und zwar dem 25.  Außerdem war das Essen genial! Der große Tisch war gedeckt mit vielen Früchten und Nüssen und es gab einen Schinken, wie man ihn aus den amerikanischen Filmen auch kennt. Nur natürlich ein bisschen tropisch angehaucht, da er mit Ananas zubereitet wurde, was wirklich genial schmeckt! Dazu gab es dann, wer hätte es gedacht, Reis mit einer Art Hülsenfrucht, welche ziemlich arg Erbsen ähnelt... Mir wurde jedoch erklärt, dass es keine Erbsen sind. Das isst man dann alles zusammen und trinkt gemütlich ne Soda und isst nen Kuchen dazu. Wo, mit wem oder wann man isst war einem jedoch selbst überlassen, da wir so um die 20 Personen waren und auch nicht alle an einen Tisch gepasst hätten. Das wars aber mit dem Essen noch nicht, Fortsetzung folgt. Um Punkt 12:00 Uhr standen alle, egal ob klein oder groß, vor dem Weihnachtsbaum, welchen man vor lauter Geschenke schon fast nicht mehr gesehen hatte. Dieser Baum funktioniert übrigens nach dem "Alle Jahre wieder"-Prinzip. Begibt man sich nämlich in Panama auf die Suche nach einer Tanne, findet man stattdessen eine Beschäftigung für's ganze Leben. So kauft man sich einmal die Plastik-Bauteile eines Weihnachtsbaumes und kann ihn dann ein paar Jahre behalten. Die Geschenke waren wirklich sehr cool und die ganzen Mädchen und Jungs sind fast unter den ganzen Barbies und anderen Spielzeugen ertrunken. Seit dem darf man sich übrigens wenn man zum Beispiel fegen muss durch gefühlte 100 Spielsachen kämpfen. Danach haben wir dann nicht gezögert und sind in die zweite Runde des Essens gegangen. Es gab wunderbaren Salat, ein für Weihnachten typisches Brot und natürlich noch Hühnchen, welches auf dem Grill zubereitet wurde. Für mich war der Abend dann um 2:30. in der Nacht zu Ende, als ich mich mit übervollem Bauch aufs Bett gerollt hatte und mich nicht mehr bewegen konnte. Am nächsten Tag kamen dann noch ein paar Verwandte vorbei, es wurde noch mehr gegessen und das war's dann auch. Ich will euch aber nicht die Fotos vom Essen vorenthalten!











In meinem letzten Blog-Eintrag hab ich ja erklärt was die sogeannten "Desfile" sind. Und natürlich gibt es das auch für Weihnachten. Es gab mal wieder alles.. von Hunden über Quads bis zu aufgemotzten Autos. Bei manchen Sachen bin ich nicht so wirklich hinter den Weihnachtlichen Sinn gekommen aber es war trotzdem ein schöner Abend.






Am Sonntag sind wir noch  mit der Familie zu einem Strand in der Nähe, welcher ein bisschen wie ein Privatstrand war. Es gab auch einige Wellen und wir hatten sehr viel Spaß und haben danach noch gut zusammen gegessen.





...Und auch wenn man es weiß, glaubt man es nicht... Das Jahr, welches doch gefühlt gerade erst begonnen hat ist doch fast schon wieder vorbei. In zwei Tagen ist die Seite 365 und somit die letzte Seite des Buches gelesen. Aber wenn das eine Abenteuer vorbei ist, kann das nächste erst beginnen.

2015 has been the most: confusing, challenging, emotional, depressing, eye-opening & happiest year of my life. And I loved it!



In diesem Sinne wünsch ich euch ein wunderbares Silvester mit guten Momenten, Rückblicken und vor allem einen guten Rutsch ins Jahr 2016! Genießt es!

"Life begins at the end of your comfort zone." 

Con mucho cariño, Ronja :) 


1 Kommentar:

  1. Hey Ronja, ich habe auch mal ein bisschen über deine Erfahrungen gelesen und es hört sich ja wirklich fantastisch an! Die Situation an Weihnachten kann ich gut verstehen, bei mir war es genau so! Ich hoffe du hast noch eine ganz tolle Zeit!
    Alles Liebe, Sara von Afs
    p.s. ich beneide dich ja schon für das tolle Wetter... ;)

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