Hallo Ihr.
Das ist wohl mein letzter Blogeintrag vom anderen Ende der
Welt, da ich in 2 Tagen flieg. Auf die Frage wie ich mich fühle kann ich leider
nicht richtig antworten da ich es selbst nicht weiß… Ich kann auch in keinem
Moment realisieren dass ich das alles hier in schon 48 Stunden nicht mehr um
mich herum haben werde.
Aber bevor ich noch genauer von meinem Flug erzähle komme
ich noch zu dem was in den letzten Wochen passiert ist.
Da alles sich zum Ende neigt haben wir, eine Gruppe von
circa 23 Austauschschülern noch einen letzten Trip nach Playa Venao gemeinsam
organisiert. Da ich schon öfters dort war, war es für mich nichts mehr Neues
aber trotzdem nochmal etwas sehr besonderes. Ich hatte meine liebsten Menschen
um mich herum und wir hatten eine wahnsinnig gute Zeit. Es war einfach immer so
schön morgens aufzustehen und das erste was man gemacht hat war den Bikini
anzuziehen, sich ein Handtuch zu schnappen und einfach zum Strand zu laufen
welcher vielleicht 50 Meter vom Hostel entfernt war. Am Mittag saß man einfach
rum und hat die Zeit genossen, Musik gehört, sich ein Surfboard gemietet und so
weiter… Wie kann man seine Zeit besser verbringen? Man lernt immer so viele
Leute kennen, aus den verschiedensten Ländern, erzählt sich gegenseitig von den
Leben und man hört hier und da wirklich sehr interessante Geschichten. Als
Beispiel ein Koch aus den USA, mit mexikanischen Wurzeln, welcher im Irak im
Krieg bei den Fußtruppen der ersten Front tätig war, am ganzen Körper mit
zahlreichen Tattoos übersäht ist und dir zu fast jedem eine gute Geschichte
erzählen kann. Außer natürlich dem erweiterten Wissen gibt es auch noch mehr
Vorteile wenn man sich mit Leuten anfreundet. In diesem Fall zum Beispiel
wurden wir, die ganze Gruppe, dann abends von ihm bekocht. Jeder hat 4 Dollar
in einen selbstgebastelten Briefumschlag an der Rezeption gesteckt und bekam
dann am Ende herrliche Burritos mit Limonenreis, dazu Bohnenpüree, gedünstete
Zwiebeln und eine leckere („megageile“ –Zitat: Aimee Müller) Käsesoße.
Tatsächlich kann ich behaupten dass dieses Essen eines der besten in meinem
Jahr hier in Panama war. Abends sind wir immer gute 45 Minuten zu einem anderen Hostel direkt am Strand
gelaufen und haben dort Musik und den Pool genossen, auch wenn niemand
Badeklamotten dabei hatte und man später die 45 Minuten wieder von oben bis
unten komplett durchnässt heimgelaufen ist. Wenn man mal nicht bekocht wurde
war es auch immer ganz nett, da jeder sich in die von uns benannten
„Foodgroups“ eingeteilt hat und somit mit immer 1-2 anderen Personen am Herd
stand und sich sein so günstig wie mögliches Essen gekocht hat. Wir haben uns
immer an verschiedenen Tischen verteilt und so konnte man immer durchwechseln
und somit mit jedem reden. Wie alle Trips mit diesen besonderen Leuten wurde er
unvergesslich. Direkt an der Straße ist man auch auf viele Brüllaffen gestoßen, wollten aber leider keine Bananenschale. Enden musste er leider ein bisschen traurig, da ich mich von
meinen Norwegern, Italienern, Schweizern und meiner Österreicherin
verabschieden musste. Es war wirklich schrecklich, da man keinerlei Ahnung hat
wann man sie wohl das nächste Mal sehen wird und sie mir so wahnsinnig ans Herz
gewachsen sind. Danach musste ich erstmal getröstet werden.
Und die ganzen Verabschiedungen sind zurzeit wie ein roter
Faden der sich leider durch jeden Tag zieht. Am Samstag wurde für uns eine
Abschiedsfeier geplant, welche leider durch das Auftauchen der Polizei mit
guten 5 Wägen geplatzt ist. Der Abend wurde trotzdem noch sehr gut!
Am Wochenanfang sind wir nach Santo Domingo gefahren und mir
wurde die typische Tracht Panamas angezogen, welche sich „Pollera“ nennt.
Polleras sind sehr aufwendig gemacht und unglaublich teuer. Je mehr Schmuck man
auf dem Kopf und um den Hals hat desto mehr Reichtum besitzt die Familie. Das
Make-Up und das platzieren des Schmuckes ist wirklich sehr aufwendig und viel
und so hat es 3-4 Stunden gedauert bis ich fertig gerichtet war. Als das hab
nicht ich gemacht, sondern die Familie einer guten Freundin. Danach waren wir
noch in der Stadt unterwegs um ein paar Bilder zu machen in typischen
Panama-Posen.
Am Dienstag sind wir noch einmal nach Las Tablas gegangen da
dort eine heilige der katholischen Kirche gefeiert wurde namens „Santa
Librada“. Es war ein großer Festumzug mit wirklich sehr vielen Leuten und ein
guter Abend.
In diesen Tagen müssen wir uns noch von unseren Freunden
hier und unserer Familie verabschieden, was keinesfalls schön wird. Morgen
gehen wir nach Panama City, wo wir den Tag noch verbringen und danach ins
Hostel von AFS gehen. Dort wird wahrscheinlich vor lauter gemischten Gefühlen
nicht viel geschlafen und um 4 Uhr morgens müssen wir dann auch wieder wach
sein und zum Flughafen gehen. Unser Flug startet um 8 Uhr von Panama City nach
Dallas, USA. Danach geht es dann wieder nach Frankfurt.
Ich freue mich auf euch!
Eure Ronja




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