Im August letzten Jahres schrieb ich meinen zweiten
Blogeintrag hier. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch in Deutschland und hatte
noch 27 Tage bis zu meinem Abflug.
Jetzt, 8 Blogeinträge und 333 Tage später sitze ich hier in
Panama und habe noch 17 Tage bis zu meinem Rückflug. Ich glaube man kann sich
nicht vorstellen wie surreal all das sich anfühlt. Ich sitze gerade in meinem
Zimmer, mit den gewohnten Menschen um mich herum, dem heißen Klima, dem
Ventilator auf mich gerichtet, den Palmen und Mangobäumen vor dem Fenster und
kann es nicht fassen dass ich zu allem hier in 17 Tagen tatsächlich Tschüss
sagen muss. Natürlich freue ich mich über alles meine Freunde, Familie, meinen
geliebten Schwarzwald und alles was dazu gehört wieder zu sehen. Jedoch der
Preis dafür ist nicht zu unterschätzen.
Als wir in Frankfurt am Flughafen standen war es wohl für
niemanden leicht zu allem Tschüss zu sagen. Was man aber von Anfang an wusste
ist dass man in spätestens einem Jahr
wieder zurückkommt. Wenn wir hier, nach all den Erfahrungen, uns von
unserem neuen Leben verabschieden müssen wird es bestimmt allen ganz flau im
Magen, da wir eben nicht wissen wann wir wieder einmal die Möglichkeit haben
zurückzukommen.
Es ist so unfassbar viel passiert seit wir hier sind. Es gab
Höhen und Tiefen, so ist es nun mal. Aber eins können wir behaupten, und zwar
dass wir es durchgezogen haben. Und ich für meinen Teil hab mehr gewonnen als
verloren. Ich hab Freunde gewonnen, sei es aus Berlin, Norwegen, Österreich,
der Schweiz, Italien, Thailand oder sogar Sachsen. Und diese würde ich nicht
gern missen, da sie wie meine dritte Familie geworden sind.
Mit diesen Freunden war ich vor ein paar Wochen auf einer
Mission. Und zwar den höchsten Punkt Panamas, den Vulkan Baru, zu besteigen.
Wir sind also 4 Stunden in dem Bus nach Chiriqui gefahren und von da aus sind
wir dann nach Boquete gegangen. Boquete ist ein Städtchen welches wirklich
schön ist und der kühlste Platz Panamas. Wir also, bepackt mit riesigen
Rucksäcken in welchen bis zu 5 Liter Wasser waren, und Zelten unter dem Arm
sind mit einer Gruppe von 11 Leuten und einem Guide losgewandert. Bis zu diesem
Punkt war noch alles gut. Als wir ein bisschen gewandert waren hat es so stark
zu regnen angefangen dass wir innerhalb 5 Minuten trotz Regenjacke und anderen
3 Schichten von Klamotten total durchnässt. Als es dann angefangen hat stark zu
gewittern, man immer mehr Blitze sah und es manchen Wanderern schon nicht mehr
so gut ging wurde es sehr kritisch und unser Guide hat den Trip abgesagt. So
sind wir also mit unserem schweren Gepäck wieder heruntergelaufen und als wir
wieder bei den ersten Anzeichen der Zivilisation angekommen sind, haben wir uns
zu zwölft In ein Pick-Up Taxi gequetscht. Da es schon recht spät war haben wir
uns dann zu sechst in einem netten kleinen Hostel direkt in Boquete für die
Nacht eingebucht. Das war das circa dritte Mal dass ich eine schöne warme
Dusche hier in Panama hatte. Auch wenn wir nicht unser Ziel erreicht haben,
hatten wir echt ein tolles Wochenende in Chiriqui! Es war wirklich schön.
Ein paar Tage später, kaum die Sachen ausgepackt, hab ich
meinen Koffer wieder gepackt und bin wieder mit Austauschschülern noch einmal
zurück an einen meiner Lieblingsplätze; Bocas del Toro. Über Bocas habe ich schon
mal im November letzten Jahres berichtet. Es war so wunderschön und toll, dass
ich noch einmal hin musste. Wir sind mit 13 Leuten hingefahren bis zur Küste und
von dort aus dann mit dem Wassertaxi auf die Insel „Isla Colon“. Dort waren wir
in einem wirklich schönen Hostel, mitten im Geschehen.
An dem Tag an welchem wir angekommen sind haben wir unser
Gepäck verstaut und das erste dass wir gemacht haben war die Strandtasche zu
packen und mit einem Schnellboot zu einer nahen Insel zu gehen.
Den zweiten Tag haben wir Fahrräder gemietet und sind
entlang der Küste auf der Isla Colon gefahren. Nicht viele wissen dass diese
Insel auch wunderschöne Strände hat und nicht nur die anderen Inseln. Also
falls mal jemand von euch vor hat nach Bocas del Toro zu gehen kann ich das nur
empfehlen. Wir waren an sehr schönen Surfer Stränden, manche waren sogar zu
gefährlich auch für erfahrene Surfer. Und sowas passiert nur in Panama: auf einmal kommen Panamenos und fragen ob man gerne Kokosnüsse hätte. Jeder gibt ein paar Cents her und schon klettert er auf den Baum und man kann direkt am Strand frische Kokosnüsse essen. Nach einer weile als wir so in der Sonne lagen
wurden wir so hungrig dass wir unsere Fahrräder schnappten und uns in ein
Restaurant saßen. So saßen wir also in diesem Restaurant auf der Terrasse von
welcher wir den besten Ausblick hatten und Surfern zuschauen konnten. Nach dem
Essen lagen wir dann noch auf Liegen direkt am Strand und haben das Leben, die
Sonne, den Strand und Cocktails genossen.
Den darauffolgenden Tag machten wir eine Bootstour zu
mehreren Inseln. Es war traumhaft! Auf einer Insel namens „Cayo Zapatilla“ war
ich auch schon letzten November. Vielleicht erkennt ihr ja die Ähnlichkeit auf
den Bildern. Wir haben auch von weitem Faultiere gesehen, obwohl es mehr wie
ein braunes Knäul in den Bäumen aussah. Später sind wir noch in einem
Korallenriff schnorcheln gegangen. Als wir auf dem Weg zurück zu unserer Insel
waren sah man auf einmal etwas aus dem Wasser auftauchen. Und dann sah man sie
komplett, 3 Delfine. Wir waren alle so glücklich, da das Boot dann Kreise
gezogen hat und sozusagen mit den Delfinen gespielt hat, welche mitgeschwommen
und immer höher gesprungen sind. Wer kann schon behaupten dass er in der
Karibik Delfine in einem Abstand von 4 Metern gesehen hat?
Das Wetter an allen Tagen war wirklich traumhaft und man
hätte es wohl besser nicht erwischen können. Bis zu diesem Abend. Es hat von
der einen auf die andere Minute angefangen zu regnen, aber so heftig dass in
kürzester Zeit alles unter Wasser stand. Wenn man unser Hostel betreten hat
stand man bis über den Knöchel im Regenwasser und die ein oder andere Krabbe
kam überraschenderweise an einem vorbeigeschwemmt. Es gab Tornado-Warnungen und
der Hostelbesitzer meinte auch dass er so etwas hier noch nie so stark erlebt
hat. Wir hatten jedoch Glück und der Regen hörte nach ein paar Stunden wieder
auf. Am nächsten Morgen kam man sich vor als wär man im falschen Film da alles wieder
ganz normal, sonnig und wunderschön war.
Am leider letzten Tag an dem wir etwas sehen und unternehmen
konnten haben wir sozusagen einen Bus gemietet, mit welchem wir dann zu einem
Strand auf Isla Colon gefahren sind. Von dort aus sind wir dann am Strand
entlang gelaufen um zum „Playa Estrella“ zu kommen, welcher für die vielen
Seesterne bekannt ist. Der Weg verlief manchmal direkt am Strand und manchmal auf
einem kleinen Weg zwischen tausenden von Palmen. Man hatte Bilder vor sich wie
in einem Urlaubsprospekt, nur dass es in echt 1000-mal schöner ist.
Der Trip nach Bocas del Toro war unvergesslich!
Die Wochen danach habe ich dann zuhause verbracht und wurde
von recht vielen Freunden besucht oder etwas mit meinen Schwestern tunternommen,
alles in allem eine sehr schöne Zeit. Aimee und unsere Gastmutter hatten auch Geburtstag, was wir noch schön gefeiert haben und das auch mit einer hier wirklich typischen Torte.
Das war's auch erst einmal wieder von mir.
PS: Nein, keins der Bilder ist bearbeitet. ;)
Liebe Grüße, eure Ronja :)
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