Dienstag, 5. Juli 2016

304 Tage später...



Im August letzten Jahres schrieb ich meinen zweiten Blogeintrag hier. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch in Deutschland und hatte noch 27 Tage bis zu meinem Abflug.  Jetzt, 8 Blogeinträge und 333 Tage später sitze ich hier in Panama und habe noch 17 Tage bis zu meinem Rückflug. Ich glaube man kann sich nicht vorstellen wie surreal all das sich anfühlt. Ich sitze gerade in meinem Zimmer, mit den gewohnten Menschen um mich herum, dem heißen Klima, dem Ventilator auf mich gerichtet, den Palmen und Mangobäumen vor dem Fenster und kann es nicht fassen dass ich zu allem hier in  17 Tagen tatsächlich Tschüss sagen muss. Natürlich freue ich mich über alles meine Freunde, Familie, meinen geliebten Schwarzwald und alles was dazu gehört wieder zu sehen. Jedoch der Preis dafür ist nicht zu unterschätzen.

Als wir in Frankfurt am Flughafen standen war es wohl für niemanden leicht zu allem Tschüss zu sagen. Was man aber von Anfang an wusste ist dass man in spätestens einem Jahr  wieder zurückkommt. Wenn wir hier, nach all den Erfahrungen, uns von unserem neuen Leben verabschieden müssen wird es bestimmt allen ganz flau im Magen, da wir eben nicht wissen wann wir wieder einmal die Möglichkeit haben zurückzukommen.
Es ist so unfassbar viel passiert seit wir hier sind. Es gab Höhen und Tiefen, so ist es nun mal. Aber eins können wir behaupten, und zwar dass wir es durchgezogen haben. Und ich für meinen Teil hab mehr gewonnen als verloren. Ich hab Freunde gewonnen, sei es aus Berlin, Norwegen, Österreich, der Schweiz, Italien, Thailand oder sogar Sachsen. Und diese würde ich nicht gern missen, da sie wie meine dritte Familie geworden sind.

Mit diesen Freunden war ich vor ein paar Wochen auf einer Mission. Und zwar den höchsten Punkt Panamas, den Vulkan Baru, zu besteigen. Wir sind also 4 Stunden in dem Bus nach Chiriqui gefahren und von da aus sind wir dann nach Boquete gegangen. Boquete ist ein Städtchen welches wirklich schön ist und der kühlste Platz Panamas. Wir also, bepackt mit riesigen Rucksäcken in welchen bis zu 5 Liter Wasser waren, und Zelten unter dem Arm sind mit einer Gruppe von 11 Leuten und einem Guide losgewandert. Bis zu diesem Punkt war noch alles gut. Als wir ein bisschen gewandert waren hat es so stark zu regnen angefangen dass wir innerhalb 5 Minuten trotz Regenjacke und anderen 3 Schichten von Klamotten total durchnässt. Als es dann angefangen hat stark zu gewittern, man immer mehr Blitze sah und es manchen Wanderern schon nicht mehr so gut ging wurde es sehr kritisch und unser Guide hat den Trip abgesagt. So sind wir also mit unserem schweren Gepäck wieder heruntergelaufen und als wir wieder bei den ersten Anzeichen der Zivilisation angekommen sind, haben wir uns zu zwölft In ein Pick-Up Taxi gequetscht. Da es schon recht spät war haben wir uns dann zu sechst in einem netten kleinen Hostel direkt in Boquete für die Nacht eingebucht. Das war das circa dritte Mal dass ich eine schöne warme Dusche hier in Panama hatte. Auch wenn wir nicht unser Ziel erreicht haben, hatten wir echt ein tolles Wochenende in Chiriqui! Es war wirklich schön.














Ein paar Tage später, kaum die Sachen ausgepackt, hab ich meinen Koffer wieder gepackt und bin wieder mit Austauschschülern noch einmal zurück an einen meiner Lieblingsplätze; Bocas del Toro. Über Bocas habe ich schon mal im November letzten Jahres berichtet. Es war so wunderschön und toll, dass ich noch einmal hin musste. Wir sind mit 13 Leuten hingefahren bis zur Küste und von dort aus dann mit dem Wassertaxi auf die Insel „Isla Colon“. Dort waren wir in einem wirklich schönen Hostel, mitten im Geschehen.

An dem Tag an welchem wir angekommen sind haben wir unser Gepäck verstaut und das erste dass wir gemacht haben war die Strandtasche zu packen und mit einem Schnellboot zu einer nahen Insel zu gehen.







Den zweiten Tag haben wir Fahrräder gemietet und sind entlang der Küste auf der Isla Colon gefahren. Nicht viele wissen dass diese Insel auch wunderschöne Strände hat und nicht nur die anderen Inseln. Also falls mal jemand von euch vor hat nach Bocas del Toro zu gehen kann ich das nur empfehlen. Wir waren an sehr schönen Surfer Stränden, manche waren sogar zu gefährlich auch für erfahrene Surfer. Und sowas passiert nur in Panama: auf einmal kommen Panamenos und fragen ob man gerne Kokosnüsse hätte. Jeder gibt ein paar Cents her und schon klettert er auf den Baum und man kann direkt am Strand frische Kokosnüsse essen. Nach einer weile als wir so in der Sonne lagen wurden wir so hungrig dass wir unsere Fahrräder schnappten und uns in ein Restaurant saßen. So saßen wir also in diesem Restaurant auf der Terrasse von welcher wir den besten Ausblick hatten und Surfern zuschauen konnten. Nach dem Essen lagen wir dann noch auf Liegen direkt am Strand und haben das Leben, die Sonne, den Strand und Cocktails genossen.





























Den darauffolgenden Tag machten wir eine Bootstour zu mehreren Inseln. Es war traumhaft! Auf einer Insel namens „Cayo Zapatilla“ war ich auch schon letzten November. Vielleicht erkennt ihr ja die Ähnlichkeit auf den Bildern. Wir haben auch von weitem Faultiere gesehen, obwohl es mehr wie ein braunes Knäul in den Bäumen aussah. Später sind wir noch in einem Korallenriff schnorcheln gegangen. Als wir auf dem Weg zurück zu unserer Insel waren sah man auf einmal etwas aus dem Wasser auftauchen. Und dann sah man sie komplett, 3 Delfine. Wir waren alle so glücklich, da das Boot dann Kreise gezogen hat und sozusagen mit den Delfinen gespielt hat, welche mitgeschwommen und immer höher gesprungen sind. Wer kann schon behaupten dass er in der Karibik Delfine in einem Abstand von 4 Metern gesehen hat?














Das Wetter an allen Tagen war wirklich traumhaft und man hätte es wohl besser nicht erwischen können. Bis zu diesem Abend. Es hat von der einen auf die andere Minute angefangen zu regnen, aber so heftig dass in kürzester Zeit alles unter Wasser stand. Wenn man unser Hostel betreten hat stand man bis über den Knöchel im Regenwasser und die ein oder andere Krabbe kam überraschenderweise an einem vorbeigeschwemmt. Es gab Tornado-Warnungen und der Hostelbesitzer meinte auch dass er so etwas hier noch nie so stark erlebt hat. Wir hatten jedoch Glück und der Regen hörte nach ein paar Stunden wieder auf. Am nächsten Morgen kam man sich vor als wär man im falschen Film da alles wieder ganz normal, sonnig und wunderschön war.

Am leider letzten Tag an dem wir etwas sehen und unternehmen konnten haben wir sozusagen einen Bus gemietet, mit welchem wir dann zu einem Strand auf Isla Colon gefahren sind. Von dort aus sind wir dann am Strand entlang gelaufen um zum „Playa Estrella“ zu kommen, welcher für die vielen Seesterne bekannt ist. Der Weg verlief manchmal direkt am Strand und manchmal auf einem kleinen Weg zwischen tausenden von Palmen. Man hatte Bilder vor sich wie in einem Urlaubsprospekt, nur dass es in echt 1000-mal schöner ist.


















Der Trip nach Bocas del Toro war unvergesslich!



Die Wochen danach habe ich dann zuhause verbracht und wurde von recht vielen Freunden besucht oder etwas mit meinen Schwestern tunternommen, alles in allem eine sehr schöne Zeit. Aimee und unsere Gastmutter hatten auch Geburtstag, was wir noch schön gefeiert haben und das auch mit einer hier wirklich typischen Torte.


Das war's auch erst einmal wieder von mir.
PS: Nein, keins der Bilder ist bearbeitet. ;)


Liebe Grüße, eure Ronja :) 






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