Hallo alle zusammen! J
Ich melde mich auch mal wieder. Bei mir ist in der letzten
Zeit sehr viel passiert. Ich bin seit circa 2 Monaten jetzt schon bei meiner
alten Gastfamilie ausgezogen, da es doch so einige Probleme gab, welche man
nicht mehr ignorieren konnte. Nachdem ich endgültig entschieden hatte es noch
einmal zu wagen und zu wechseln habe ich meinen Umzug dann auch recht schnell
durchgezogen. Da meine Organisation aber so schnell nicht reagieren konnte
hatte ich dann mit einer anderen deutschen Austauschschülerin ausgemacht dass
ich übergangsweise zu ihr und ihrer Familie zieh. Das hat soweit auch gut
funktioniert. Die Familie ist extrem nett und so haben sie mich gefragt ob ich
nicht einfach für die letzten Monate noch bei ihnen bleiben möchte. Und nach
einigem hin und her, haben wir nun beschlossen dass auch ich hier bleiben
werde. So hab ich nun also eine neue total liebe panamaische Gastmutter
und zwei Gastschwestern, dazu noch eine
deutsche Freundin die zur Schwester wurde. Hier wird uns recht viel erlaubt,
die Familie ist wirklich locker und herzlich.
Vor Ostern gab es hier so einige typischen Prozessionen. Man
lief einer Menge durch die Straßen des Dorfes hinterher, angeführt von einer
Karawane bestehend aus einem Esel, einem Priester, Kindern, usw. Die Straßen
waren mit Bildern aus Blumen geschmückt und alles endete in der katholischen
Kirche.
An einem anderen Wochenende fand in unserem Garten ein Fest statt, welches sich „Mantanza“ nennt. Es gab Stände für Essen und Trinken und eine rießige Bühne. Es kamen viele Menschen und verschiedene „Bands“ haben tipico gespielt. Es gab wie so oft wieder eine „Reina-Wahl“ bei der eben die Königin des Dorfes auserwählt wurde. Die Anwärterinnen machen sich bestens schick und haben auch mehrere Kleider dabei um auf der Bühne zu glänzen. Auch wenn es nur für das Dorf ist. So sieht man also die ein oder andere Klassenkameradin, welche man aber erst auf den 5. Blick erkennt.
Es werden auch so einige spontane Trips oder Aktivitäten
unternommen. So wurde zum Beispiel von dem einen auf den anderen Tag an Ostern
beschlossen dass eine Freundin aus Chiriqui (der Provinz Panamas, welche an
Costa Rica angrenzt) sich für 6 Stunden in den Bus schwingt und zu uns kommt.
Als sie dann da war hatten wir total Lust auf Strand. Wir haben ohne lang zu
zögern den nächsten Bus nach Las Tablas genommen und von dort ging es dann nach
Pedasi. Dies ist die Küste im Süden der Halbinsel Azuero und zugleich eine
Stadt. Wir kamen recht spät an und deswegen gab es keinen Bus mehr zu unserem
eigentlichen Ziel: Playa Venao. Also liefen wir ein bisschen in der Stadt rum
und haben dann mit viel Glück ein Zimmer in einem Hostel gefunden. Diesen Abend
haben wir dann mit einem guten Burger und einem frischen Pina-Colada genossen.
Falls irgendjemand übrigens mal vor hat nach Panama zu gehen, ich kann bestens
Restaurant-Tips geben. Am nächsten Morgen sind wir dann aber doch früh
losgezogen und nachdem wir mit viel Glück einem Bus im letzten Moment
hinterhergerannt sind in Venao
angekommen. Dort sind wir dann von einem zum anderen Hotel/Hostel gelaufen da
sehr viele auf Grund der Osterwoche ausgebucht waren. Nach einer kleinen
Wanderung am Strand entlang haben wir dann noch einen Campingplatz gefunden mit
mega netten Leuten. Playa Venao gehört definitiv zu einer meiner
Lieblingsplätzen Panamas! Man kann einfach nicht genug davon bekommen und lernt
immer Menschen aus aller Welt kennen. Die nächsten Tage haben wir also mit
Strand genießen, andere Reisende kennenlernen und surfen verbracht. Definitiv
ein ganz anderes, aber sehr gelungenes Ostern!
Im April waren wir mit unserer Gastschwester ein Wochenende
in meiner geliebten Stadt: Panama City. Dort konnten wir bei unserer Tante
unterkommen. Den ersten Tag haben wir fast ausschließlich in einer Einkaufsmall
verbracht. Den zweiten sind wir durch die Stadt gefahren und haben uns die
typischen Touristenpunkte angeschaut. Zum Beispiel „Casco Viejo“, eine
wunderschöne Altstadt in der sonst so modernen Stadt, die „Cinta Costera“ eine
schön angelegte Straße entlang des Meeres mit Blick auf die Skyline und auf der
anderen Seite angrenzend an Casco Viejo, den Yachthafen, bei welchem man schon
das eine oder andere Juwel entdecken kann, die Regierungsgebäude, verschiedene
Museen, Brücken über den Panama-Kanal und Ruinen des alten Panamas. Ich für
meinen Teil habe so einiges neues gesehen welches ich zuvor von der Stadt noch
nicht sehen konnte. Den Abend haben wir dann mit einem leckeren Cevice aus Shrimps an der Küste mit Blick auf die
Skyline beendet.
Bei einem ganz besonderen Tagesausflug mit Freunden sind wir
auf die recht nah gelegene Insel namens „Isla Iguana“ gegangen. Die Insel
gehört auch noch zu Pedasi und wenn man den Namen der Insel auf Deutsch
übersetzt heißt sie so viel wie „Insel der Leguane“. Und dieser Name ist
vollkommen treffend ausgesucht. Immer wieder raschelt es zwischen dem trockenen
Gras oder es huschen einfach mehrere, recht große Leguane vorbei. Auf der 30
Minütigen Schnellbootfahrt sieht man die Insel zuerst nur von weitem und man
fragt sich was die extrem vielen schwarzen Striche am Himmel machen. Aus der
Nähe glaubt man fast seinen Augen nicht vor so vielen Vögeln am Himmel. Das
Wasser ist wunderschön Türkis und sauber, die Muscheln wie in einem
Souvenirladen und der Sand ist weiß. Man sieht außer Leguanen und Vögeln noch
viele andere Tiere. Man soll scheinbar auch gut schnorcheln können und ein
schönes Korallenriff sehen oder wenn man Glück hat auch Delfine. Auf der Insel gibt es zwei Strände, als wären
sie aus dem Urlaubskatalog. Der eine ist langezogen und sehr ruhig, der andere
ist an Felsen in einer Bucht und falls man Wellen mag kann man diese dort wunderbar
genießen. An kommt von dem einen zum anderen Strand in dem man durch einen sehr
ausgetrockneten Teil der Insel läuft. Dort findet man auch mittendrin eine
große Grube, bei welcher angeschrieben wurde dass es ein Krater einer Bombe der
USA des 2. Weltkrieges gewesen war. Ich für meinen Teil hab die ganze Insel sehr
gemocht und dieser Tag war ganz bestimmt auch eine große Bereicherung und man
sieht immer noch mehr schöne Ecken Panamas.
Eines der wichtigsten Ereignissen Panamas ist die „Feria
Internacional de Azuero“. Es ist wie ein Stadtfest welches in La Villa de Los
Santos, meinem Heimatdorf, für 12 Tage stattfindet aber stellvertretend für die
ganze Halbinsel ist. Schon mehrere Wochen vorher gibt es bei den Menschen hier
kein anderes Thema mehr, es hängen Plakate, es kommt im Radio, im Fernsehen,…
Für diese Feria gibt es ein Gelände, circa 3 Minuten von meinem Haus entfernt
welches eben einmal pro Jahr geöffnet wird. Man tritt ein und fühlt sich wie in
einer eigenen Stadt. Es gibt wirklich alles. Man läuft die Straßen entlang und
läuft an Souvenirständen, Restaurants, Bars,
einem Streichelzoo, einer Arena für den Kuhhandel, botanischen Gärten,
einem Vergnügungspark und Diskotheken vorbei. Für jeden ist also mindestens
etwas dabei. Wir hatten den größten Spaß und es durften uns sehr viele andere
Austauschschüler und Freunde besuchen. Die 12 Tage waren recht anstrengend aber
jede verlorene Stunde Schlaf hat sich definitiv ausgezahlt.
Letzten Freitag haben wir mal wieder die Kamera und viel
Wasser in den Rucksack eingepackt, uns in den Bus geschwungen und sind zu dem
Nationalpark Sarigua der hier in der Nähe ist. Der Nationalpark ist die einzige
Wüste Panamas und ist circa 8000 Hektar groß. Es war wirklich sehr
beeindruckend. Der Boden war durch die Trockenheit mit Rissen durchzogen, so etwas
habe ich noch nie gesehen. Durch die Wüste ging ein Fluss und den mussten wir
ein paar Mal durchqueren um auch so viel
wie möglich zu sehen. Wir hatten an diesem Tag noch ziemlich Glück mit dem
Wetter (dachten wir jedenfalls), da es noch ein bisschen bewölkt war und die Sonne
mit Abstand nicht so extrem war wie an anderen Tagen. Heiß war es trotzdem. Im
Endeffekt haben wir das Wetter aber auf Grund der Wolken total unterschätzt und
jetzt hat jeder von uns ziemlich heftigen Sonnenbrand, haha. Wir haben noch
viele Bilder gemacht und hatten einen rießen Spaß und somit einen echt tollen
Tagestrip. Übrigens: Genau an diesem Ort wurde vor ein paar Wochen das neue Musikvideo von Enrique Iglesias gefilmt, welches auch eins meiner Lieblingslieder zurzeit ist. Wer es mal anschauen möchte muss nur diesem Link folgen: https://www.youtube.com/watch?v=xFutjZEBTXs
In dem Dorf in welchem ich wohn gibt es in den nächsten Tagen noch mehr Aufführungen auf Grund von "Corpus Cristi" (= Fronleichnam). Teufel rennen durch die Stadt und tanzen, das ganze Dorf versammelt sich und schaut zu. Die "Diablicos sucios" (= dreckingen Teufel) tragen aufwendige Hand geschnitzte Masken welche wirklich beeindruckend sind. Wir hatten Glück und einer der Teufel hat ein Bild mit uns gemacht. :)
Hier hat übrigens die Regenzeit wieder angefangen und so
wird man doch so einige Male von starkem Regen überrascht und die Moskitos
wollen einen offiziell wieder mit Haut und Haaren am liebsten verspeisen.
Bei mir geht es jetzt an die letzten 2 Monate in meiner
eigenen kleinen Welt. Die Gefühle sind definitiv sehr gemischt aus der Freude
auf meine Familie, meine Freunde und natürlich das deutsche Essen, anderseits
werde ich meinen Lebensstil, die Menschen und die Umgebung hier wahnsinnig
vermissen. Die Wochenenden an welchen man einfach beschließt sich in den Bus zu
setzten und einfach mal zu gehen, an den Fluss, ins Schwimmbad oder einfach in
die Wüste. Aber die Zeit die ich hier noch habe werde ich definitiv noch
bestens nutzen. Und ich kann nun wirklich sagen dass ich in den letzten zwei
Monaten alles am besten genießen kann und es mir jetzt wirklich gut geht.
Eine wichtige Information habe ich noch: Ich vertrete meine
Heimat sehr gut und stolz und habe somit schon eine Sächsin, Hamburgerinnen,
Österreicherinnen, Norwegerinnen und Schweizer mit meinem Spätzle Brett zum
schaben gebracht. Sie wurden erstaunlich gut auch wenn ich jetzt von
übermotivierten Hamburgerinnen die eine oder andere Kerbe im Brett habe ertrage
ich diesen Verlust gerne. J
„Un brindis por esos momentos que no podemos publicar pero que jamas olvidaremos.“
Eure Ronja <3
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